39. Transport am 31. August 1942
       – Abfahrt Wien/Aspangbahnhof nach Maly Trostinec

Einer der 992 Deportierten war Fritz Schwarz-Waldegg.

Einer der wichtigsten Pioniere der expressionistischen Malerei in Österreich nach 1918.

 

Schwarz-Waldegg kam am 1. März 1889 in Wien als 4. Kind jüdischer Eltern auf die Welt. Seine Eltern unterstützten seine künstlerische Begabung,  und er konnte als 17 jähriger die private Malschule David Kohn besuchen.

Religion wurde in der Familie nicht praktiziert, der Übertritt von Schwarz-Waldegg als 27 jähriger zum Katholizismus wird von der Familie ohne Probleme gebilligt.

Als junger Künstler lernte er Egon Schiele und Oscar Kokoschka kennen.

Schwarz-Waldegg wird schließlich Mitglied in der liberalen Künstlervereinigung „Hagebund“, in der weder Religionsbekenntnis, noch die politische Einstellung eines Künstlers maßgeblich waren. Er war von 1925 bis 1927 Präsident der Vereinigung, die 1938 von den nationalsozialistischen Machthabern aufgelöst wird.  Trotz Taufe und seiner Verdienste im Ersten Weltkrieg (Freiwilliger bei den Hoch-und Deutschmeistern) darf er nicht mehr als Künstler tätig sein. Er erhält keine Aufträge mehr und muss im Oktober 1938 sein Atelier räumen; viele seiner Bilder sind seither verschollen. Praktisch mittellos wohnt er ab  21. Oktober 1938 in der Wohnung seiner Schwester Melanie Schmied in der Wilhelm Exner Straße 13/10 im 9. Bezirk. Melanie ist mit einem „Arier“ verheiratet, was ihren Schutz vorerst vor Deportation bedeutet.

Im August 1942 wird er in der Wohnung seiner Schwester „abgeholt“, darf wie alle anderen nur ein Handgepäck mitnehmen und wird in das Sammellager in das Schulgebäude in der Kleinen Sperlgasse 2a im 2. Bezirk gebracht, wo er auf die „Evakuierung nach dem Osten“ wie es im NS Jargon hieß, warten musste.

In den frühen Morgenstunden des 31. August 1942 wurde Schwarz-Waldegg gemeinsam mit 992 Frauen, Männern und Kindern – das älteste Opfer war 75

Jahre, das jüngste 6 ½ Monate – auf Lastwagen geladen und zum Aspangbahnhof gebracht. Von dort in das Vernichtungslager Maly Trostinec deportiert und vermutlich nach der Ankunft am 4. September sofort ermordet.